Cultural & Business Guide

Darf ich mich vorstellen?

Introduction

Was ist einer der häufigsten Ratschläge, den man vor einer Geschäftsreise nach China bekommt? Eine Unmenge Visitenkarten mitzunehmen, am besten auf Chinesisch.

Stimmt das? Auf jeden Fall. In China hat jeder Visitenkarten, private oder von seinem Unternehmen. Wenn Sie zu wenige Visitenkarten mitbringen, kann es peinlich werden.

Visitenkarten

Die Chinesen sind für ihre spezielle Einstellung zu Visitenkarten bekannt. Fast alle haben ihre Visitenkarten, manchmal verschiedene. Viele Chinesen verfügen über Visitenkarten von ihren Unternehmen. Trotzdem werden sie Ihnen vielleicht noch zusätzlich ihre privaten Visitenkarten geben.

Für Geschäftsleute sind Visitenkarten ein Muss. Denken Sie daran, die richtige Menge für alle Termine mitzunehmen. Es ist zu empfehlen, sowohl englische als auch chinesische Visitenkarten zu haben, oder einfach eine zweisprachige Version: auf einer Seite Englisch, auf der anderen Chinesisch. "Chinesische" Visitenkarten können helfen, das Eis zu brechen, besonders wenn Sie einen chinesischen Namen haben, was Aufmerksamkeit erregt.

Digital verbunden

Chinesen bleiben gerne in Kontakt. In den letzten Jahren wurden Visitenkarten zum Teil digitalisiert, vor allem bei jüngeren Menschen. QR-Codes von QQ und Weixin (Wechat) erlauben den Nutzern, sich mit den anderen Menschen mittels eines Scans zu verbinden. Ein Klick reicht aus und die Visitenkarte wird nicht verloren gehen!

Es gibt einige informelle Situationen, wie z.B. Treffen mit Freunden oder persönliche Gespräche, wo Sie Ihren QR-Code mitnehmen sollten. Dann kann Ihr Gesprächspartner den Code scannen. Denken Sie daran, dass viele Wechat als eine schnelle Möglichkeit zur Kommunikation und Informationsaustausch nutzen: auch im Zusammenhang mit dem Geschäftsleben und Handel.

Keine Visitenkarten?! Vorsicht!

Gelegentlich kann es vorkommen, dass Ihr chinesischer Gesprächspartner keine Visitenkarte mitbringt. Dies passiert, wenn es sich um einen richtigen VIP handelt, der keine Visitenkarten braucht, weil er schon bekannt ist. Die richtigen Entscheidungsträger bleiben hinter den Kulissen. Sie brauchen nicht, mit ihrem Status zu prahlen, und verzichten darauf, ihre berufliche Position auf der Visitenkarte anzugeben. Keine Panik, überreichen Sie einfach Ihre Visitenkarte, mit Ihren beiden Händen als Zeichen des Respekts. Vielleicht haben Sie gerade jemand kennengelernt, der eine strategische Rolle in seinem Unternehmen spielt.

Stempel oder Unterschrift?

Die kulturelle Distanz zwischen der chinesischen und westlichen Mentalität lässt sich selbst dann merken, wenn man ein Abkommen oder einen Vertrag unterschreibt. In Europa reicht die Unterschrift eines gesetzlichen Vertreters, damit der Vertrag rechtskräftig wird. In China gilt die Unterschrift alleine nicht: das Dokument muss noch mit dem Firmensiegel bestätigt werden.

Jedes in China registrierte Unternehmen muss ein Firmensiegel haben und ist verpflichten, es beim Amt für öffentliche Sicherheit (Public Security Bureau) zu registrieren.

Es gibt einige Arten von Stempeln, die zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden. Das mächtigste und wichtigste Siegel heißt das Firmensiegel und wird normalerweise unter sämtliche offiziellen, verbindlichen Dokumente gesetzt. Dieses Siegel ist gewöhnlich rund, rot oder blau. Oben steht der registrierte Unternehmensname. Das Siegel wird normalerweise unter Verschluss gehalten. Es wird eine Person bestimmt, die für das Siegel zuständig ist und die Nutzung dokumentiert.

Es gibt auch weitere Siegelarten. Im Allgemeinen hat jede Abteilung ihr eigenes Siegel, besonders in Großunternehmen. Man braucht auch noch das sog. Finanzsiegel (für alle finanziellen Transaktionen), das Vertragssiegel (um Verträge verbindlich zu machen) sowie das sog. Rechnungssiegel, das offizielle Rechnungen bestätigt.

Wird Ihr Unternehmen wirksam präsentiert?

Wenn Sie die Entscheidung treffen, in China tätig zu werden, dann sollten Sie sich überlegen, wie man Unterlagen gestaltet, damit sie für die Chinesen attraktiv sind.

Ihre Broschüren, Flyers und weitere Materialien sollten so viel Informationen wie möglich erhalten. Dies erlaubt Ihnen Ihren "Ruf" und Ihr "Gesicht" aufzubauen, was in China sehr hoch geschätzt wird (nicht nur im Geschäftsverkehr).

Neben solcher wichtigen Informationen wie Kerngeschäft, Ort, Umsatz und Filialen gibt es auch weitere Aspekte, die für Ihre chinesischen Partner möglicherweise von Bedeutung sind.

Falls Ihr Unternehmen eine lange Geschichte hat, sollen Sie das hervorheben, denn auf diese Art und Weise werden Sie als ein vertrauenswürdiger und zuverlässiger Partner gesehen. Sie können auch gerne Bilder nutzen.

Denken Sie auch an weitere Informationen, die möglicherweise Ihnen helfen, im Kontakt mit Ihren potenziellen Partnern "Gesicht" zu gewinnen: Texte über die Zusammenarbeit gestern und heute, Fotos von Führungskräften, Angaben zu Preisen und Auszeichnungen.

Bei der grafischen Gestaltung ist es zu empfehlen, die Zielgruppe und die Branche im Auge zu behalten. Zum Beispiel wären bei hochwertigen Modenmarken verlockende, modische Unterlagen empfehlenswert. Die rote und goldene Farben sind in der chinesischen Kultur die glücklichsten, was Sie auch beim Vorbereiten der Unterlagen für Ihre Partner mitberücksichtigen können. Rot steht für Macht, Autorität und Wohlstand, während die goldene Farbe ursprünglich die Kaiserfamilie symbolisierte.

Selbstverständlich muss der gesamte Inhalt mit großer Sorgfalt ins Chinesische übersetzt werden!

Bibliography

Kai-Alexander Schlevogt - The Art of Chinese Management: Theory, Evidence and Applications Publisher: Oxford University Press, USA | 2002-06-15 | ISBN: 0195136446

Chris Torrens, “Doing Business in China: A Guide to the Risks and the Rewards”, John Wiley & Sons Inc (13 July 2010)

Scott D. Seligman, “Chinese Business Etiquette: A Guide to Protocol, Manners, and Culture in the People's Republic of China” ,

James McGregor, “One Billion Customers: Lessons from the Front Lines of Doing Business in China”, Free Press; Reprint edition (2007)

External links

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