Cultural & Business Guide

Meine chinesische Identität

Introduction

Der Name einer Firma sowie ihr Logo entscheiden über den ersten Eindruck bei Kunden und potenziellen Geschäftspartnern. Europäische Unternehmen sollten sich ihre Namen mit größter Vorsicht aussuchen, besonders wenn sie in China tätig sind.

In China wird die Namenwahl gründlich überlegt. Dabei wird die Bedeutung der einzelnen Schriftzeichen mitberücksichtigt.

Die Kraft der Namen

Die meisten ausländischen Unternehmen, die den chinesischen Markt erschließen wollen, versuchen ihre Namen ins Chinesische zu übertragen. Der Markenaufbau ist ein heikles Thema, denn es kann schnell zu Missverständnissen kommen. Darum muss man sich mehrere Fragen gründlich überlegen. Ein guter Firmenname passt zur chinesischen Mentalität und Sprache und außerdem schafft Vertrauen. Er lässt sich einfacher merken und bei richtigen Schriftzeichen wird für Ihr Unternehmen zum Mehrwert.

Die Namen werden einfach nach der Aussprache transliteriert. Man soll allerdings auf die Transliterationen verzichten, die aus mehr als vier oder fünf Schriftzeichen bestehen. Sie klingen seltsam für die Chinesen und haben gar keine Bedeutung.

Zwei bzw. drei Schriftzeichen sind normalerweise viel überzeugender und leichter zu merken. Sie können auch positive Werte und Bedeutungen vermitteln, die für Ihr Unternehmen wichtig sind. Es ist äußerst ratsam, den Namen auf Mandarin, Taiwanesisch und Kantonesisch zu testen, d.h. in den Hauptdialekten, die in China und Nachbarländern als auch in vielen anderen Ländern mit chinesischer Bevölkerung gesprochen werden.

Wie klingt das?

Wie wir gesehen haben, bedarf der Markenaufbau sorgfältiger Überlegungen. Einige Unternehmen haben sich bereits Mühe gegeben, um den richtigen Namen zu finden. Carrefour ist ein gutes Beispiel für den durchdachten Gebrauch der Transliterationsmethode. Hier wurde 家乐福 (jiālèfú) als die chinesische Marke gewählt. Dies bedeutet "zuhause / glücklich, froh / Glück" und klingt ähnlich wie der französischer Name. Gleichzeitig wird hier der Gedanke vermittelt, dass die Qualität der verkauften Produkte das Leben bereichert.

Andererseits kann eine falsche Markenwahl Probleme bereiten, wie bei Peugeot. Die Marke wurde als 标致 (biaozhi), übersetzt, was ähnlich wie "Prostituierte" klingt. Bing, die Suchmaschine von Microsoft, klingt auch nicht gerade positiv, denn das chinesische Homophon bedeutet unter anderen 'Krankheit'. Deswegen wurde der Name ins Chinesische als "Bi Ying" übertragen, was zu Deutsch "sicher, bereit zu antworten" heißt.

Chinesische Adressen

Die Fläche Chinas beträgt ca. 9 600 000 km². Das Staatsgebiet gliedert sich in 22 Provinzen, fünf autonome Gebiete, vier regierungsunmittelbare Städte und zwei Sonderverwaltungszonen.

Vielleicht haben Sie sich mal Flyer oder Visitenkarten Ihres Geschäftspartners angeschaut und dabei bemerkt, dass Adressen in China anders als bei uns geschrieben werden. Darin widerspiegelt sich die chinesische Denkweise. Vor allem aber hilft diese Schreibweise, die Post zuzustellen. In China schreibt man nämlich gewöhnlich zuerst den Namen des Landes, dann die Provinz, die Stadt, die genaue Adresse und erst dann den Namen des Empfängers, d.h. eine umkehrte Reihenfolge im Vergleich zur europäischen Schreibweise. Außerdem sind Straßen in China sehr lang und daher werden sie oft nach Hauptpunkten aufgeteilt (Norden, Süden, Osten, Westen). Schreiben Sie deswegen “985, Nanjing Xi lu” (West Nanjing Street, 985), damit man die Adresse ohne Probleme findet.

Zusätzliche Informationen

Um chinesische Adressen aufschreiben zu können, lohnt es sich, einige Schriftzeichen zu lernen:

  • (shěng): Provinz
  • (xiàn): Kreis (unnötig bei Großstädten)
  • (shì): Stadt
  • (qū): Stadtbezirk
  • 大街 (dàjiē): Allee
  • (lù): Straße
  • (lóu): Gebäude
  • (shì): Wohnung / Zimmer
  • hào: Nummer
  • 邮编 yóubiān: Postleitzahl

Bibliography

Patrick Ng, Cindy Ngai - Role of Language and Corporate Communication in Greater China: From Academic to Practitioner Perspectives - Kindle Edition – 2015

Marc Fetscherin, Ilan Alon, Romie Littrell, Allan Chan, “In China? Pick Your Brand Name Carefully”, Harvard Business Review

External links

Project 2014-1-PL01-KA200-003591