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Introduction

China hat den Ruf eines Landes, in dem Qualität nicht immer selbstverständlich ist. Das stimmt nicht; chinesische Unternehmen und Fabriken arbeiten ständig an neuen Verfahren, um hohe Qualitätsstandarde einzuhalten und so die Erwartungen der Käufer zu erfüllen. Aus der Sicht des Käufers bedeutet eine Charge von minderwertiger oder sogar beschädigter Ware, dass er eine Reklamation beim Lieferanten einlegen muss, wobei die Bearbeitung der Reklamation mehr Ärger bringen könnte als das Problem selbst und es sich manchmal einfach nicht lohnt. Hier sind einige Tipps, wie Sie unangenehme Situationen vermeiden.

Qualitätsstandarde in China - nicht immer selbstverständlich?

Eine der wesentlichsten Fragen bei Verhandlungen mit einem chinesischen Lieferanten betrifft die Qualitätsstandarde. Immer wieder hört man, dass ein Lieferant die Standarde nicht eingehalten hat und die ganze Charge nicht zu verkaufen oder überhaupt nicht zu gebrauchen ist. Wie handeln Sie in einer solchen Situation, oder noch besser, wie verhindern Sie sie?

Am einfachsten und am praktikabelsten ist es, jeden einzelnen Punkt des Vertrags zwischen Käufer und Verkäufer klar und ausdrücklich zu gestalten. Sie können z. B. eine Checklist erstellen und diese Ihrem Lieferanten mitteilen. Beide Parteien sollten zudem Proben des bestellten Produkts behalten. Der Vertrag sollte unbedingt alle Bedingungen der Lieferung und Details zur Vorgehensweise bei fehlerhaften Produkten, Garantien, Reklamationen und Ersatzteilen enthalten.

Qualitätsprüfungen

Sobald Sie Dienste von Lieferanten in Anspruch nehmen, sind Qualitätsprüfungen extrem wichtig, insbesondere wenn die Fabrik weit weg vom Sitz Ihrer Firma liegt. Chinesische Unternehmen beliefern viele unterschiedliche Käufer und es kann passieren, dass auch sie ihre Produktion auslagern, wenn sie überlastet sind. Dies kann natürlich zu Qualitätsproblemen führen. Es ist empfehlenswert, sich zuerst detailliert über wichtige Fragen wie Materialien, Ausmaße, Farben, technische Anforderungen und Mengen der Produkte zu einigen und dann regelmäßige Qualitätsprüfungen im Laufe der Produktion durchzuführen. Falls es möglich ist, sollte der Käufer eine Vorserie von mehreren Hundert Produkten bestellen, nicht nur um die Qualität der Ware zu prüfen, sondern auch die Fähigkeit der Firma, die vereinbarte Menge in der erwünschten Qualität zu produzieren.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, vertraglich klar und ausdrücklich zu vereinbaren, dass der Lieferant die Produktion keinesfalls auslagern darf.

Im Fall von Akkreditivzahlungen sollte eine der Zahlungsbedingungen sein, dass der Käufer mit den Ergebnissen der Qualitätsprüfung zufrieden ist.

Verpackung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verpackung. Verpackung besteht nicht nur darin, die Ware einfach in einen Karton zu schmeißen; sie soll förderlich sein für Ihr Geschäft, und fehlerhafte bzw. beschädigte Produkte sind das nicht, da Sie diese nicht verkaufen können. Zudem verlieren Sie Zeit und Energie, um das Problem zu lösen, und Sie müssen sich auch noch gute Argumente einfallen lassen, um Schadenersatz von Ihrem Lieferanten zu verlangen, falls dieser Aspekt vertraglich nicht genau festgelegt worden ist.

Eine sichere Verpackung erspart dem Käufer viele Probleme, daher sollten Sie diese Frage mit dem Verkäufer genau regeln. Sie können sogar vor dem Transport um Fotos von der Verpackung bitten und selber einschätzen, ob diese Ihre Erwartungen erfüllt.

Beschädigte Ware - kein Problem?

Fehlerhafte Produkte gehören zu den schwierigsten Problemen, die Sie zu lösen haben werden. Daher ist es sehr wichtig, eine "Grenze der Annehmbarkeit" zu bestimmen und sie auch vertraglich klar festzulegen, so dass sowohl der Käufer, wie auch der Verkäufer die maximale akzeptable Anzahl von fehlerhaften Produkten pro Charge vor Augen haben.

Die Qualitätsstandarde müssen vertragsgemäß erfüllt werden und regelmäßige Qualitätsprüfungen im gesamten Produktionsverfahren können das Risiko von künftigen Reklamationen oder Problemen mit Ersatzteilen mindern.

Bedenken Sie als Käufer auch, dass chinesische Lieferanten meistens sehr geringe Gewinnmargen haben. Wenn Sie also hohe Schadenersatzsummen fordern, wird Ihnen stattdessen wahrscheinlich ein Rabatt auf die nächste Bestellung oder die Lieferung von Ersatzteilen für sämtliche fehlerhaften Teile angeboten. In einem solchen Fall müssten Sie allerdings genau klären, wer die Transportkosten übernimmt und für die Zollabfertigung und Auslieferung zuständig ist.

Aus diesen Gründen sollten Sie noch vor Beginn der Produktion genau festlegen, wie im Falle von fehlerhaften Produkten, Einzelteilen und eventuellen Schadenersatzzahlungen vorzugehen ist.

Bibliography

XU JIN LIANG . HE XIN . CHEN BING . DENG, “Bank Guarantees and standby letters of credit and Case Studies” (Chinese Edition) - Foreign Economic and Trade University Press– September 2014

Rosemary Coates , 42 Rules for Sourcing and Manufacturing in China (2nd Edition): A Practical Handbook for Doing Business in China, Special Economic Zones, Factory Tours and Manufacturing Quality , Super Star Press (July 19, 2013)

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