Cultural & Business Guide

Schön, Sie kennenzulernen

Introduction

Es ist allgemein bekannt, dass ein positiver erster Eindruck sehr wichtig für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen und -netzwerken ist. Doch damit dieser erste Eindruck auf Ihren chinesischen Geschäftspartnern auch wirklich gut ist, sollten Sie einige chinesischen Regeln befolgen.

Achten Sie darauf, die erste Begegnung mit einem potenziellen Geschäftspartner - ob persönlich oder telefonisch - nicht zu ruinieren. Es ist sehr wichtig für Ihr Geschäft, einen sehr guten ersten Eindruck bei Ihren chinesischen Partnern zu machen, insbesondere beim ersten Zusammentreffen.

Dresscode in China

Kleider machen Leute, besagt das alte Sprichwort, und es ist auch im modernen Business so aktuell wie eh und je. Auch in China sollten Sie bei Geschäftsterminen auf die entsprechende Kleidung achten. Ihre Kleidung muss sauber und gut geschnitten sein, denn wenn Sie salopp aussehen, werden die Chinesen automatisch annehmen, Ihr Geschäft läuft ebenso salopp - und zwar noch bevor Sie überhaupt Ihren Mund aufmachen.

Im Bereich der neuen Technologien sind Anzüge und Krawatten nicht mehr zwingend erforderlich, da es sich dabei vorwiegend um "junge" Umfelder handelt, die einen lockereren Dresscode befolgen. Wenn Sie aber mit Bankern, hochrangigen Managern oder Regierungsvertretern sprechen, ist der Dresscode ebenso formell wie im Westen.

Achten Sie insbesondere auf die Symbolik der Farben: Chinesen assoziieren Gelb mit Wohlstand, Gold mit Glück und Rot wird bei Feierlichkeiten genutzt. Schreiben Sie Karten oder Briefe nie mit einem roten Stift, da dies das Ende einer Beziehung bedeutet.

Korrekter Körperkontakt

Im Gegensatz zu den meisten europäischen Kulturen, die körperlichen Kontakt gewohnt sind, mögen die meisten Chinesen dies nicht, schon gar nicht bei geschäftlichen Angelegenheiten.

Bei einem Geschäftstermin sollten Ihre Gesten und Ihre Körpersprache ruhig, balanciert und kontrolliert sein, da in China einer Person, die sich gut beherrschen kann, Respekt gezollt wird. Seien Sie formell und dennoch aufmerksam; eine allzu steife Haltung und zu wenig Körpersprache kann bei Ihren chinesischen Geschäftspartnern Zweifel aufkommen lassen. Sie werden Verdacht schöpfen, dass Sie sie austricksen oder ihnen etwas vorenthalten wollen.

Üblicherweise beginnt und endet ein Treffen mit einem Händedruck und Visitenkarten werden, wie bereits in den vorigen Lektionen erwähnt, gleich am Anfang ausgetauscht.

Der ranghöchste chinesische Geschäftspartner wird normalerweise von jemand anderem (z. B. dem Dolmetscher) offiziell vorgestellt und Sie sollten ihn/sie bei der Begrüßung sowie beim Abschied besonders berücksichtigen.

Ihr Händedruck sollte fest und sachlich sein und Sie sollten sich dabei leicht verbeugen (es reicht, wenn Sie den Kopf leicht senken; nicht zu verwechseln mit der in Japan üblichen Verbeugung des ganzen Oberkörpers). Überreichen Sie Ihre Visitenkarten mit beiden Händen und nehmen Sie sie auch so entgegen. Achten Sie darauf, keine Barrieren aufzubauen, indem Sie z. B. Ihre Arme verschränken, da Sie dann allzu verschlossen und distanziert wirken. Wenn Sie sprechen, nutzen Sie freundliche, offene Gesten. Umarmen Sie niemals einen chinesischen Geschäftspartner und klopfen Sie ihm auch nicht auf die Schulter, solange Sie nicht wirklich mit ihm befreundet sind.

Weitere Informationen zum ersten Gespräch

Der typische "nichtssagende" Gesichtsausdruck eines Chinesen bei der gegenseitigen Vorstellung bedeutet weder Unfreundlichkeit noch Unzufriedenheit, er ist lediglich Ausdruck der Überzeugung, dass es eine Tugend sei, Gefühle nicht zu zeigen.

Wenn Sie eine Visitenkarte von einem chinesischen Geschäftspartner erhalten, nehmen Sie sie mit beiden Händen entgegen und loben Sie sie; achten Sie darauf, dass die Karte während des gesamten Treffens vor Ihnen auf dem Tisch liegt.

Augenkontakt wird in China genau gegensätzlich gewertet als im Westen. Wenn Sie einem Chinesen während des Gesprächs direkt in die Augen schauen, gilt das nicht als Zeichen der Aufmerksamkeit, sondern der Aggressivität und der Unfreundlichkeit. Daher versuchen Chinesen, Augenkontakt im Gespräch möglichst zu vermeiden; um ihrem Gegenüber Respekt zu zeigen, drücken sie ihre Augen ein bisschen weiter zu. Das gilt insbesondere beim ersten Kennenlernen.

Wenn Sie mit jemandem zum ersten Mal einen Geschäftstermin haben, machen Sie sich auf ein bisschen Smalltalk gefasst, bevor es zum Wesentlichen kommt.

Die Gesprächsthemen im Büro, im Restaurant oder bei einer Messe können mehr oder weniger formell sein. Dabei unterscheiden sich chinesische "lockere" Gesprächsthemen von denen in der westlichen Kultur.

In China gilt es nicht als unhöflich, nach jemandes Job, Jahresgehalt, Beziehungsstatus oder Alter zu fragen. Die Chinesen achten weniger auf Ihre Antworten auf diese Fragen, sondern vielmehr darauf, ob Sie überhaupt bereit sind, eine Antwort zu erteilen. Typische westliche "Eisbrecherthemen" wie eine die chinesisch-japanischen Beziehungen oder Minderheitsprobleme in China könnten Ihre chinesischen Geschäftspartner in große Verlegenheit bringen.

Viele Gesten, die in der westlichen Kultur üblich sind, wie Fingerschnipsen, Pfeifen (um jemandes Aufmerksamkeit zu bekommen), Schuhsohlen zeigen oder Nase putzen (wenn auch vorsichtig) gelten in China als sehr unhöflich. Halten Sie sich also bei einem Geschäftstermin davon ab.

Schlussfolgerungen:

Wenn Sie Ihrem chinesischen Geschäftspartner zum ersten Mal begegnen, kann es sein, dass dieser bereits Gespräche mit der Konkurrenz führt oder sich nicht allzu an der Zusammenarbeit interessiert gibt, doch das ist nur ein Spielchen.

Stellen Sie sich und ihre Firma auf eine möglichst attraktive Art und Weise vor und hinterlassen Sie einen möglichst positiven ersten Eindruck - so ergibt sich aus einem einfachen Geschäftstermin eine langfristige, gewinnbringende Zusammenarbeit.

Hinweis:

Der erste Eindruck spielt in China eine enorme Rolle, daher lohnt es sich, die chinesischen Sitten (wie oben beschrieben) zu lernen und zu üben, um gute Geschäftsbeziehungen mit Partnern in China aufzubauen.

Bibliography

Rane, Jordan (October, 2012). “How to make a good first impression in Asia”.

Gefunden auf: travel.cnn.com/good-first-impression-asia-131896

Mu Qian, Meng FanMao (July, 2014). “A comparative study of body language between China and the West”

Gefunden auf: http://www.davidpublishing.com/show.html?16983

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